Der Seilziehwettkampf ist aus antiken Zeremonien und Kulthandlungen entstanden. Genau wann und wo das war, darüber ist nichts Bestimmtes bekannt. Anzeichen dafür, dass Seilziehwettkämpfe bei rituellen Zeremonien ausgeübt wurden, findet man in  verschiedenen Ländern, z.B. in Burma, Halmahera, Indien, Borneo, Korea, Hawaii, und Neuguinea.

Das Seilziehen stand als Symbol für verschiedene mystische Kräfte, wie z.B. für die Überwindung des Bösen im Kampf zwischen Gut und Böse bei Beerdigungsfeierlichkeiten, für die Wettervorhersage sowie für die Aussichten auf eine reichliche Ernte. Nicht nur in asiatischen Ländern, sonder auch aus Afrika (Kongo) und Amerika (Eskimos) sowie aus Ozeanien (Neuseeland) liegen Überlieferungen über Seilziehen als Rituale vor.

In der späteren Geschichte blieb das Seilziehen nicht mehr nur auf rituelle Zeremonien beschränkt, sondern entwickelte sich zum reinen Kräftemessen. Nachweislich wurde schon im Jahre 2400 v.Chr. Seilziehsport betrieben, wie aus Wandzeichnungen, die man im Grabmal des Merera-ku in Sakkara (Ägypten) entdeckt hat, ersichtlich ist. Schon um 500 v.Chr. wurde der Seilziehsport in Griechenland, der Wiege der antiken Olympischen Spiele, ausgeübt. Das Seilziehen wurde von Athleten entweder als Wettkampf oder für die körperliche Ertüchtigung im Training für andere Sportarten betrieben. Wie in der späteren Geschichte überliefert wird, wurden im 12. Jahrhundert Seilziehwettkämpfe an chinesischen Kaiserhöfen veranstaltet. Im 13. und 14. Jahrhundert haben, wie festgestellt werden konnte, auch in der Mongolei und der Türkei solche Arten von Wettkämpfen stattgefunden.

Im westlichen Europa ist das Seilziehen erst vom Jahr 1000 an nachweisbar, und zwar aus skandinavischen und germanischen Heldensagen aus jener Zeit, die von den sogenannten 'kräftigen Spiele' handeln. Im 15. und 16. Jahrhundert erscheint das Seilziehen auf den Turnieren in Frankreich und Grossbritannien. Zu jener Zeit finden auch die Regeln für den Sport mehr Beachtung; Die Mannschaften wurden aus jungen Männern mit gleichem Gewicht zusammengestellt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam in Europa der 'organisierte Sport' auf, wie man das heute nennt. Zunächst auf Klub-Ebene, dann entwickelte er sich aber allmählich auf breiterer Basis und führte schliesslich zur Gründung von Verbänden und Klubverbänden. In Grossbritannien wurde beispielsweise 1880 der Amateur-Leichtathletik-Verband gegründet. Zu jener Zeit wurden auch in anderen Ländern nationale Verbände für Leichtathletik und Fussball gegründet. Die Leichtathletikdisziplinen der damaligen Zeit waren: Laufen, Springen, Gewichtheben und Seilziehen. Als geregelter Sport noch in den Kinderschuhen steckte, waren auch die Seilzieh-Spielregeln nicht allzu klar und auf jeden Fall nicht in allen Ländern gleich formuliert. In einigen Ländern bestanden die Mannschaften aus vier, während in anderen die Wettkämpfe mit 8 Mann pro Mannschaft ausgetragen wurden. Seilziehtechniken, die damals als fair und wertvoll galten, würden heutzutage gegen die Regeln verstossen.

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