Seilziehclub Sins

Willkommen bei einem der grössten & erfolgreichsten Seilziehclub der Gegenwart

Heimturnier sins 2018

Zeitungsartikel

Aufgerissene Hände und stramme Oberschenkel

Sins auf dem Weg zur Weltmeisterschaft

Ehrgeizige Sinserinnen und Sinser am Seil

Seilziehturnier Sins – In der Küfermatt wurde vergangenes Wochenende kräftig gezogen. Die Sinser Mannschaften brachten zwei Siege und weitere Podestplätze nach Hause. Beim Plauschturnier am Samstag zogen Seilziehlaien sich in originellen Verkleidungen über den Rasen.

Nicht nur die Isländer waren vergangene Woche mit ihren Huh-Rufen unterwegs, auch in der Küfermatt waren kräftige Kampfesrufe von den Seilziehern und Seilzieherinnen zu hören. Das Turnier war an beiden Tagen sehr gut besucht und der Barbetrieb brummte. Beim Plauschturnier am Samstag waren 20 Mannschaften am Start. Mit den sehr originellen Bekleidungen war es eine Freude, den Mannschaften zuzusehen, wie sie am Seil abmühten. Am Ende des Tages ging die Mannschaft Chalberschwänz bei der Herrenkategorie und die Hülsenbier in der Mixedkategorie als stolze Sieger hervor. Der Orginalitätspreis ging verdient an «s’Prinze mit Gfolgschaft».  

Am Sonntag traten 32 Mannschaften unterschiedlicher Kategorien gegeneinander an; sechs davon waren Sinser Mannschaften. In den Kategorien Mixed 580kg und Herren 580kg trugen die Sinser Mannschaften den Sieg davon. In der Kategorie Damen 520kg belegten Sins 1 und Sins 2 die Plätze zwei und drei hinter Gonten und in der Kategorie U23 450kg erzog sich Sins hinter Stans-Oberdorf den guten zweiten Rang.

Die Regeln beim Seilziehen sind schnell erklärt: Je acht Personen stehen als Mannschaft auf einer Seite des Seils und versuchen die gegnerische Mannschaft vier Meter über den Platz zu ziehen. Wird eine Mannschaft drei Mal verwarnt, geht der Punkt an die gegnerische Mannschaft. Verwarnungen werden beispielsweise dann gesprochen, wenn jemand absitzt, wenn das Seil unter den Arm geklemmt wird, oder wenn der Ankermann sich mit einer Hand hinten abstützt.

In der ganzen Schweiz gibt es keinen Seilziehverein, welcher mehr Frauen zählt als der Seilziehclub Sins. Trotz der steigenden Popularität des Sports beim weiblichen Geschlecht werden die Frauen immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert: «Wenn ich jemandem sage, dass ich seilziehe, kommt oft die Aussage ‘Das würde man dir gar nicht geben’», so die Seilzieherin des Jahres 2017 Melanie Villiger «Seilziehen hat sich mittlerweile zu einem Spitzensport entwickelt, bei welchem man viel trainiert und je nach Mannschaft auch stark auf sein Gewicht achten muss».

Um eine bessere Grifffestigkeit zu haben wird den Ziehern vor einer Partie Harz auf die Hände gegeben. Wie auch in anderen Clubs gibt es im Sins einen Harzverantwortlichen. Je nach Wetterlage wird ein anderes Harz verwendet: Je heisser es ist, desto härter muss das Harz sein. Harz ist auch mitverantwortlich für die mit Blasen überzogenen aufgewetzten Handinnenflächen der Sportlerinnen und Sportler. «Wenn man seine Hände mit Tape einbinden will, muss man diese zuerst einem Schiedsrichter zeigen, damit dieser sicherstellt, dass es auch vonnöten ist und man sich nicht nur einen Vorteil daraus verschaffen will», sagt die Sportlerin Villiger, welche am Sonntag für zwei Mannschaften zog.

Die Sinser Frauen sind sehr ambitioniert unterwegs. Ihr Ziel ist es, im September an der Weltmeisterschaft in Kapstadt als Verein bei den Open-Weltmeisterschaften eine Medaille zu ergattern. Wer in der Nationalmannschaft mitziehen darf, wird im Juli vom Natitrainer entschieden, wobei hier schon sicher gesagt werden kann, dass einige Sinserinnen mit von der Partie sein werden. Auch bei den Männern sieht es gut aus für Südafrika: Nachdem die Sinser Herren in der Gewichtsklasse 580kg den dritten Turniersieg abräumten, dürfen sie nun das Nationalteam für Südafrika stellen. «Das war so nicht vorgesehen», meinte der Präsident Roger Schleiss verschmitzt «Eigentlich wollte es die Mannschaft dieses Jahr etwas ruhiger angehen lassen, da viel ausserhalb des Clubs für einige der Mitglieder anstand, jetzt müssen wir erst mal schauen, wie viele zur Weltmeisterschaft in Südafrika gehen können».